Der Entstehungsprozess

Jedes meiner Kunstwerke beginnt draußen in der Natur, meist an den Ufern des Rheins. Der Weg von einer unscheinbaren Scherbe zu einem leuchtenden Unikat ist ein Prozess voller Fleiß, Präzision und einer Prise Verrücktheit. Ich lade Sie ein, mir über die Schulter zu schauen.

1. Finden – Schatzsuche am Rheinufer

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Leider hinterlassen die Menschen ständig zerbrochene Flaschen am Rheinufer, doch glücklicherweise liefern sie mir damit immer neues Material. Statt Fahrradreifen oder Hundepfoten zu zerschneiden, bekommen diese bunten Glasreste durch mich einen neuen, schönen Zweck. Mit jeder gesammelten Scherbe befreie ich die Strände also nebenbei von einem lästigen Ärgernis und sammle gleichzeitig die Hauptdarsteller für meine zukünftigen Lichtbilder.

2. Verarbeiten – Vom Chaos zur Komposition

Zurück im Atelier geht es weiter mit der Fleißarbeit. Zuerst werden alle Scherben von Hand gereinigt und nach Farben, Größen und Besonderheiten sortiert. Dieser meditative Schritt hilft mir dabei meinen Bestand zu verinnerlichen und es entspringen die meisten Ideen dabei.
Ich bin oft fasziniert von den zufällig entstandenen Bruchstücken. Seltene Farben, alte Formen und rätselhafte Ursprünge inspirieren mich immer wieder.

Danach beginnt der kreative Kern des Prozesses: In meinen selbst angefertigten Gussformen arrangiere ich die Scherben. Durch spielerisches Umorganisieren, Drehen und Schichten entstehen ganz unterschiedliche Bildwelten. Ich versuche dabei vorherzusehen, wie sich das Harz verhalten wird, welche Bereiche „absaufen“ und wie ich durch das Schichten der Glasstücke Tiefe erzeugen kann, ohne dass sie zu weit aus dem Bild ragen…
Eine Komposition ist für mich erst dann bereit für den nächsten Schritt, wenn ich spüre dass alles stimmig aussieht – auch aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

3. Verguss – Ein Akt der Präzision und Geduld

Das Vergießen mit glasklarem, UV-beständigem Epoxidharz ist der heikelste Teil des Prozesses. Die erste Herausforderung dabei, ist es Luftblasen möglichst zu vermeiden. Falls Pigmente ins Spiel kommen, sollen sie sich wie gedacht verteilen. Dazu lasse ich das Harz sachte und kontrolliert in die Form fließen, bis jede Scherbe umschlossen ist. Das Harz muss mehrere Tage lang aushärten, um seine endgültige Stabilität und Klarheit zu erreichen. Ob meine Planung das erwünschte Bild hervor bringt, zeigt sich daher erst am „point of no return“, wenn nichts mehr zu ändern ist.
Falls Sie sich also fragen, warum Künstler oft in Gedanken versunken auf einen Punkt starren – In diesen Momenten sind wir in der Matrix und sehen uns die möglichen Varianten der Zukunft an …

4. Fertigstellung – Das finale Leuchten

Nachdem das Harz vollständig ausgehärtet ist, wird das herangereifte Kunstwerk vorsichtig aus der Form gelöst. Die Ränder werden von Hand geschliffen und nachgearbeitet, bis es perfekt in den Rahmen passt.

Eingefasst in einen Aluminium-Rahmen des Herstellers „Nielsen“ und ausgestattet mit einer langlebigen LED-Hinterleuchtung, geschieht dann der magische Moment: Die Bruchstücke, einst achtlos weggeworfener Abfall, erstrahlen endlich in ihrer leuchtenden Farbpracht. Jedes Unikat in meiner Galerie hat genau diesen Weg durchlaufen – eine Reise vom Strand an die Wand.

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