Mein Weg zur Scherbenkunst

Die Faszination für Farben, Formen und Materialien begleitet mich mein ganzes Leben. Doch der Weg von dieser Leidenschaft zu meiner heutigen Arbeit mit Glasscherben war keine gerade Linie, sondern eine Reise, auf der ich das Rüstzeug für meine Berufung sammelte.

Der erste Funke

Ehemalige Glashütte in Bad Münstereifel

Die Wurzeln meiner heutigen Arbeit liegen – wie sollte es anders sein – in der Kindheit. Aufgewachsen in Bad Münstereifel, verbrachte ich unzählige Stunden in der örtlichen Glasbläserei. Ich war fasziniert von der fast magischen Transformation, bei der vor der Hitze des Ofens aus einem formlosen, glühenden Klumpen etwas Filigranes und Beständiges entstand. Diese Faszination weckte früh den Wunsch in mir, mit Glas zu arbeiten.

Die Entscheidung, Kunst als Leistungskurs zu wählen, verschaffte mir später einen groben Überblick und führte mich nach dem Abitur an die Glasfachschule in Rheinbach. Dort erhielt ich die Ausbildung zur Mediengestalterin und damit ein tiefes Verständnis für Komposition und Funktionsweise verschiedenster Medien. Ich blickte zwar sehnsuchtsvoll auf die Werke der Glasabteilungen, konnte mir den Luxus einer als unsicher geltenden Ausbildung damals jedoch nicht leisten.

Die Praxisjahre: Präzision und Prozessdenken

Auf die Ausbildung folgten Jahre in der Kreativwirtschaft, die mich Disziplin und ein kompromissloses Qualitätsdenken lehrten. Als Produktmanagerin war ich für die fehlerfreie Fertigung komplexer Werbemittel verantwortlich. Budgets, Zeitpläne und die Steuerung von Teams gehörten zu meinem Alltag. Im Abendstudium vertiefte ich Gestaltungstheorien und schloss auch die Ausbilderprüfung erfolgreich ab.
Diese Zeit schulte mein Auge für Details und gab mir die Fähigkeit, eine Vision strukturiert und in höchster Qualität bis zum fertigen Produkt umzusetzen.

Die Erkenntnis: Ein Blick durch die Augen des Betrachters

Eine entscheidende Wende kam während meiner Zeit in einer Galerie für Fotokunst. Hier stand ich nun auf der anderen Seite – im direkten Dialog mit Kunden. Ich erlebte hautnah die Momente, in denen Menschen eine tiefe, persönliche Verbindung zu einem Bild aufbauten. Ich hörte die Geschichten, die sie mit einem Motiv verbanden, und verstand: Menschen kaufen nicht einfach nur ein Kunstwerk. Sie wählen einen Begleiter für ihre Wände – ein Stück, das ihre eigene Geschichte widerspiegelt. In diesem Moment wurde mir klar, dass ein Kunstwerk erst dann wirklich vollendet ist, wenn es diesen Dialog mit seinem Betrachter beginnt.

Neustart: Eine Idee findet ihr Material

An einem Abend am Rhein sammelte ich beiläufig die bunten Glasscherben um mich herum ein. Als sich nach kurzer Zeit ein beachtliches Häufchen gebildet hatte, wusste ich: Daraus muss ich etwas machen!
Die Idee, diesem achtlos weggeworfenen Material eine neue, wertvolle Form zu geben, ließ mich nicht mehr los. Kurz darauf beobachtete ich zudem, wie am selben Ort verschiedene Menschen in Scherben traten, ohne dass sich jemand verantwortlich fühlte.

Aus der kreativen Idee wurde eine Mission: Ich wollte diese Glasstücke nicht nur sichern, sondern ihre verborgene Schönheit durch Licht sichtbar machen. Mein Alleinstellungsmerkmal, meine ganz eigene Kunstform, war endlich gefunden.

Verwirklichung

Die Idee war da, doch der Weg zur Umsetzung war lang und lehrreich. Es folgte eine intensive Phase des Experimentierens. Ich testete unzählige Harze, mischte Pigmente und suchte nach den perfekten Werkzeugen. Ich baute eigene Gussformen und fand zuverlässige Lieferanten. Der Weg war gesäumt von Fehlschlägen – es entstanden zahlreiche unbefriedigende Prototypen. Doch jeder Misserfolg war eine wertvolle Lektion. 2018 war es dann so weit: Das erste wirklich vorzeigbare Werk war fertig; kurz darauf folgte die erste Ausstellung.

Die Synthese

Heute fließt all das in meine Arbeit ein: die gestalterische Ausbildung, die jahrelange Erfahrung in der Fertigung und das Verständnis für die emotionale Verbindung zwischen Mensch und Kunstwerk.
Mein Weg mag auf dem Papier unkonventionell erscheinen, doch er hat mir alles an die Hand gegeben, was ich für meine heutige Kunst brauche.

Und jetzt – Zeitenwende?

Ich sehe große Umwälzungen auf uns zukommen. Daher bin ich froh, eine Nische gefunden zu haben, die nicht so schnell von einer KI besetzt wird. Zwar nutze ich digitale Hilfsmittel zur Vermarktung, doch sie werden meine Kunstform niemals kopieren können.

Die Transzendenz im Konkreten und das Loslassen im Tun – dies sind sehr menschliche Fähigkeiten. In Kombination mit nebulöser Beharrlichkeit und kreativer Unbeugsamkeit werden wir herausfinden, was Kunst letztlich wert ist und ob Einzigartigkeit noch Interesse weckt …

Falls Sie den Wusch verspüren meine Mission zu unterstützen, dann nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf oder schauen, was aktuell im Shop für Sie in Frage kommt!

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